Wenn es um die Optimierung von Material- und Warenflüssen geht, wird ein Bereich oft sträflich vernachlässigt, die Intralogistik. Sind es doch gerade die vermeintlich unentbehrlichen Hin- und Herbewegungen von Materialbeständen auf dem eigenen Betriebsgelände, die Zeit und Geld kosten. Mit der Digitalisierung tun sich vielversprechende Lösungsansätze auf.

Logistische Material- und Warenflüsse innerhalb eines Betriebsgeländes werden gemeinhin mit dem Begriff Intralogistik bezeichnet, um eine Abgrenzung zu den Warentransporten außerhalb eines Werkes zu ziehen. Doch während die „Ab-Hof“-Warenflüsse zumeist in guten Händen (z.B. Spedition) liegen, müssen die internen selbst organisiert werden. Da bleibt viel Potenzial auf der Strecke, wie eine aktuelle Befragung der Managementberatung Horváth & Partners zeigt.

Bei 75 Prozent der Unternehmen laufen Intralogistikprozesse noch immer manuell! Zwei Drittel geben an, dass ihnen die fehlende Prozesstransparenz Kopfzerbrechen bereitet, lediglich jedes zehnte befragte Mittelstandsunternehmen steuert seine Intralogistikprozesse anhand eines Kennzahlensystems, wie es Unternehmensberater empfehlen. 

Umgekehrt sind nahezu alle (90%) der befragten Unternehmen überzeugt, dass in der Aufbereitung und Interpretation von Daten viel zu holen ist. 60 Prozent der befragten Unternehmen sehen Potenzial, Logistikmitarbeiter abzubauen und damit Kosten einzusparen, das gesamte Sparpotenzial durch Digitalisierung und Automatisierung in diesem Bereich beziffern sie mit 20 bis 30 Prozent.

30 Prozent mehr Effizienz

Bekommt man diese Befragungsergebnisse auf den Tisch, fragt man sich, warum der Intralogistikbereich nicht schon längst auf der Digitalisierungsagenda ganz oben steht. Denn durch den konsequenten Einsatz innovativer und zielgerichteter Industrie 4.0-Maßnahmen könnten Flexibilität und Effizienz der Logistiksysteme über die gesamte Prozesskette – von Wareneingang über Presswerke, Rohbau bis hin zur Montagelinie – bis zu 30 Prozent gesteigert werden, zeigt die Auswertung.

Antworten auf Megatrends

Und dabei wird es nicht bleiben. Preisdruck und internationaler Wettbewerb, die Vernetzung von Daten und Prozessen, autonome Produktionssysteme und flexible Fertigung ebenso wie Just-in-time-Anforderungen von Kunden und Partnern erfordern künftig noch mehr Flexibilität und Wandlungsfähigkeit. Hier gewinnt gerade die Intralogistik als zentraler Bestandteil der Wertschöpfungskette an Bedeutung. 

Drei Handlungsfelder empfohlen

Doch in welchen zentralen Bereichen sollten Aktivitäten gesetzt werden? Hier ist zunächst das Systemmanagement gefordert: Materialflüsse und Informationsströme müssen besser verzahnt werden, um die Versorgungssicherheit der Produktion und Logistik nicht zu gefährden und diese rasch an volatile Rahmenbedingungen anpassen zu können.
Dann das Kostenmanagement: Nur durch die kontinuierliche Kostenkontrolle innerhalb der Produktions- und Logistiksysteme können nämlich Einsparpotenziale identifiziert werden.
Zuletzt das Servicemanagement: Erst wenn es ordentliche Standards für die Produktions- und Logistikprozesse gibt, können strategische Wettbewerbsvorteile entwickelt werden.


Fazit: Bei den meisten Unternehmen gelten Intralogistikprozesse immer noch als „lästige“ Supportprozesse. Doch die stärker werdenden Abhängigkeiten rücken die Gestaltung von Produktions- UND Logistiksystemen in den Vordergrund. Große Potenziale gibt es bei Kosteneinsparung, Qualitätssteigerung und Zeitreduktion. Da die Vorteile möglicher Industrie 4.0-Lösungen unwidersprochen groß sind, sollten Investitionsentscheidungen nicht warten. Dafür reicht eine Business-Case-Rechnung, die Investitionskosten und Einsparungen auf einer Zeitachse gegenüberstellt.

Die Studie „Automotive Operations: Effizienzsteigerung in der Intralogistik“ (Mai 2020) kann bei Horváth & Partners angefordert werden. 

Stefan Bultmann ist bei der Managementberatung Horváth & Partners Experte im Competence Center Automotive. sbultmann@horvath-partners.com

Lösungsansätze-Intralogistik
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